Crowdfunding-Smartphone: Minimal Phone mit Tastatur und E-Ink-Display fördert Minimalismus

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Wer das Wort Smartphone hört, hat in der Regel direkt eine gute Vorstellung vom Gerät, wenngleich die genauen Spezifikationen und das Design natürlich abweichen. Beim Minimal Phone wiederum weiß man bereits auf den ersten Blick nicht so wirklich, in welche Sparte dieses Gerät eigentlich gehört. Es geht allerdings absichtlich einen anderen Weg und überzeugt mit einer Tastatur, einem schlanken Android-System sowie einem E-Ink-Display.

Smarpthone von Minimal

Das Minimal Phone hat seinen Namen nicht etwa, weil es so klein ist, sondern weil es aus dem Hause Minimal stammt. Die Firma plant ein eigenes Smartphone, welches sich gegen alle Konventionen in der Smartphone-Branche stellen soll. Noch hat die Produktion des neuen Smartphones nicht begonnen, da im Februar 2024 erst eine Crowdfunding-Kampagne für das Gerät starten soll. Auf der offiziellen Webseite haben Interessenten aber schon einmal die Möglichkeit, sich auf eine Warteliste einzutragen.

Crowdfunding-Kampagne wird zeigen, wie realistisch das Projekt ist

Im Moment ist das Minimal Phone noch in der Planungsphase, aber die kommende Crowdfunding-Phase wird dann zeigen, wie groß das Interesse an diesem Gerät sein wird.

Hier die Fakten, die wir schon kennen:

  • Smartphone für Minimalisten
  • Reduzierung von Ablenkungen
  • E-Ink-Display
  • niedrige Bildwiederholrate (dadurch kann man sich nicht einfach durch Videos und Co. ablenken lassen)
  • Betriebssystem ist MinimalOS
  • Unterstützung von ausgewählten Apps wie Navigation, E-Reader und Ride-Sharing
  • Android-kompatible Apps sollen allerdings auch lauffähig sein
  • physische Tastatur, die an damalige Blackberry-Geräte erinnert (flach, aber taktives Feedback, sodass das Tippen angenehm und intuitiv sein soll)
  • hohe Akkulaufzeit (4.000 Megawattstunden, Nutzungsdauer von bis zu vier Tagen)

Mehr Freiheit durch weniger Ablenkung

Apps, die auf dem Smartphone darauf abzielen, dass wir uns weniger ablenken lassen, gibt es in Hülle und Fülle. Der Trend zum Minimalismus ist also definitiv vorhanden und genau hier setzen die Macher des Minimal Phones auch an. Sie wollen mit dem Smartphone Ablenkungen minimieren und den Fokus darauf legen, was wirklich wichtig ist: das Leben. Passend dazu wurde auch ein Video veröffentlicht, welches das Gefühl von „mehr Freiheit durch weniger Ablenkung“ symbolisiert.

Wird das Konzept funktionieren?

Wie gut das Minimal Phone schlussendlich ankommen wird und ob es nach einer hoffentlich erfolgreichen Crowdfunding-Phase auch in Produktion gehen wird, ist ungewiss. Minimalismus ist definitiv ein Trend, der sich gerade in den letzten Jahren zu einem regelrechten Boom entwickelt hat. Viele Forscher und Studien beschäftigen sich bereits mit der Frage, ob Minimalismus glücklicher und zufriedener macht. Dem Trend von immer höher, weiter, besser und immer schneller zu entfliehen, kann tatsächlich zufriedener machen, wie zum Beispiel in einer Meta-Analyse bestätigt wurde. Es handelte sich um eine Analyse von 23 Studien und das Ergebnis wurde im Journal of Positive Psychology veröffentlicht. In über 80 Prozent dieser Studien konnte nachgewiesen beziehungsweise bestätigt werden, dass es zwischen mehr Wohlbefinden und einem bewusst einfachen Leben (also dem Minimalismus) eine positive Verbindung gibt.

Sich nicht ablenken zu lassen, ist ein weiterer Schritt, der das Wohlbefinden steigern kann. Auch dazu gibt es zahlreiche Forschungen. So heißt es in einer weiteren Studie, dass allein die bloße Anwesenheit des Smartphones schon ungünstig auf die Produktivität auswirken kann, selbst wenn es gar nicht zu einer Interaktion kommt. Es würde reichen, wenn es in Reichweite läge, um die kognitive Leistung zu beeinflussen und uns langsamer und unkonzentrierter zu machen. Genau hier könnte das Minimal Phone die Lösung sein.

Wer sich für das Thema interessiert, aber bis Februar und bis zu einem möglichen Produktstart des Minimal Phones nicht warten will, kann es einmal mit diesen Apps probieren:

  • Forest: App starten und kleine Bäume auf dem Bildschirm wachsen lassen (zumindest, bis man eine andere App öffnet und damit den ganzen Wald zerstören würde …)
  • One-Sec: Diese App basiert auf dem Prinzip, dass sich die Apps nicht direkt starten lassen, die man aufruft. Der Nutzer muss zuerst einen Ladebalken ertragen und soll tief durchatmen – oft hat sich der Drang, ans Smartphone zu gehen, dann schon längst erledigt.
  • Flipd: Wir Menschen lieben Ziele, die wir erreichen können. Um sich nicht ablenken zu lassen und produktiv zu arbeiten oder zu lernen, hilft diese App. Sie belohnt den Nutzer, wenn er es schafft, ohne Ablenkung konzentriert zu arbeiten. Kritische Apps werden hierfür in bestimmten Zeiträumen weggesperrt.

Generell ist das Prinzip des „Wegsperrens“ von Apps aber nicht immer die Lösung, denn natürlich können die Systeme ausgetrickst werden … schließlich zwingt uns niemand wirklich, die Apps zu nutzen. Beim Minimal Phone wäre es anders. Wenn das das einzige Smartphone ist, dann kann es schlichtweg keine großen Ablenkungen geben. Wer also wirklich zum Ursprung zurück möchte, sollte sich die Crowdfunding-Kampagne genau ansehen. Wir berichten im Februar weiter über den Fortschritt!

Quelle: Minimal, Journal of Positive Psychology

Maria Lengemann http://www.maria-lengemann.de

Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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