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Framework: Passt dieser Laptop für jeden oder für niemandem?

Sowohl die Performance als auch die Anpassbarkeit spielt bei einem Desktop-PC eine große Rolle. Schnell das Gehäuse abmontieren und ein paar Teile auswechseln – fertig ist die Sache. Bei einem Laptop müssen wir dagegen mit der Konfiguration Vorlieb nehmen, die wir bestellt haben. Framework möchte genau dieses Konzept jetzt aufbrechen. Sie bieten einen Laptop an, der sich vollständig reparieren, anpassen und upgraden lässt. Ist das cool oder total unnötig? Wir gehen der Sache auf den Grund.

Bei diesem brandneuen Framework-Laptop stellt sich erstens die Frage, ob man so was tatsächlich braucht. Gibt es hierfür einen Markt? Die Frage ist auch, ob hinter der Aktion nur cleveres Marketing steckt oder ob sich das anpassen, reparieren und upgraden tatsächlich so leicht umsetzen lässt. Framework verspricht zum Beispiel, dass sich die Grafikkarte innerhalb von drei Minuten austauschen lässt.

Doch an Fragestellungen ist das längst nicht alles. So ein neuartiges Konzept hat logischerweise auch seinen Preis. Wie teuer ist der neue Framework-Laptop also in Relation zu anderen Laptops? Spart man eventuell Geld oder gibt man am Ende sogar mehr Geld aus? Auch die Performance in der gleichen Preisklasse ist natürlich ein Thema, denn das spielt eine bedeutende Rolle dafür, für wen sich das Gerät überhaupt eignet. Für Gamer oder DIY-Liebhaber? Für Hardware-Enthusiasten oder Preis-Leistungs-Käufer? Wir klären auf!

Spoiler: Der Laptop bewegt sich gefühlt zwischen allen Welten gleichzeitig!

All das könnt ihr euch im Schnelldurchgang hier in unserem Video ansehen:

Individualität steht im Fokus

Träumt ihr nicht auch davon, dass an eurem kleinen Laptop sechs Monitore angeschlossen sind oder ihr vier Kabel-Kopfhörer gleichzeitig verbinden könntet? Nein? Na gut, wir auch nicht. Dieser Laptop würde es aber tatsächlich möglich machen.

Ob man das braucht, sei einmal dahingestellt, aber möglich ist es. Damit wird das Konzept des Framework-Laptops auch schon ganz gut erklärt, denn diese Idee ist wirklich innovativ, aber auch ein wenig verrückt.

Es handelt sich um den ersten Laptop aller Zeiten, bei dem es möglich ist, wirklich alles (!) zu ersetzen oder zu verbessern. Es ist außerdem der erste Laptop, bei dem ihr euch selbst eine eigene Erweiterungskarte bauen und an den Laptop anschließen könnt.

Die Frage ist nur: Wer möchte dafür bis zu 4.000 Euro ausgeben?

Wenn der schlimmste Fall eintritt

Komplett-Systeme haben einen gewaltigen Nachteil, so viel steht fest. Bei einem Schaden können hier schon ein paar hundert Euro Reparaturkosten zusammenkommen. Viel cooler wäre es aber natürlich, wenn sich das defekte Teil einfach günstig austauschen ließe.

Genau das ist mit dem Framework-Laptop möglich. Einfach austauschen, ersetzen und die richtigen Teile auf dem Marktplatz auswählen. Definitiv eine coole Sache.

Leidet die Performance beim Framework-Laptop?

Bei einem Laptop, bei dem sich alle Teile austauschen und upgraden lassen, stellt sich natürlich die Frage, ob man hier eventuell an der Performance schrauben musste, um das Konzept zu realisieren. Passend dazu schauen wir uns das Gerät (Framework 16) erst einmal grundlegend an.

Wichtig: Der Framework-Laptop lässt sich sowohl als Pre-Built oder als DIY-Variante kaufen, je nachdem, wie stark ihr selbst noch Hand anlegen wollt.

  • Pre-Built: startet bei 1.900 Euro
  • DIY: startet bei 1.580 Euro

Konfiguration:

  • CPU
  • Arbeitsspeicher
  • primärer SSD-Steckplatz / M2 (auswählbar, ob man schon seine eigene SSD hat)
  • sekundärer SSD-Steckplatz / M2 (auswählbar, ob man schon seine eigene SSD hat)
  • Win 11 Home als Betriebssystem (kostet 145 Euro) oder Win 11 Pro (kostet 260 Euro)
  • Module für Erweiterungsschächte (Grafikkarte AMD Radeon RX 7700S oder keine)
  • Eingabemodul (Tastatur / Spacer / Abstandshalter / verschiedene Farben / LED MATRIX, Numpad, RGB Macropad, Bezel, Netzwerkadapter)
  • Erweiterungskarten (USB-C für 10 Euro, USB-A für 10 Euro, HDMI 2.0b für 20 Euro, Ethernet 2,5 GbE für 45 Euro, DisplayPort Alt Mode für 20 Euro, micro SD für 20 Euro, Audio für 20 Euro, 250 GB Speicher für 50 Euro, 1 TB Speicher für 140 Euro)

Sonstige Daten:

  • FreeSync-Unterstützung
  • 16 Zoll Größe
  • 2.560 x 1.600 Pixel Auflösung
  • 165 Hz Bildfrequenz
  • 100 Prozent Abdeckung des PCI-P3-Farbraums

Angenommen, ihr wählt eine recht starke CPU, aber keine Grafikkarte, liegt ihr bei ungefähr 2.500 Euro. Wenn wir den Laptop so konfigurieren, wie er uns persönlich gefallen würde, lägen wir bei ungefähr 3.200 Euro.

Man muss allerdings auch beachten, dass die Shopseite für den Framwork-Laptop wirklich recht überwältigend ist. Auf den ersten Blick kann daher die Auswahl der Elemente auch verwirren. Wichtig ist aber, dass Framework für die Käufer vor allem transparent sein möchte, daher ist diese Offenheit durchaus als Vorteil zu werten. Transparenz schreibt Framework auch in Sachen Recycling groß, daher Daumen hoch an der Stelle!

Framework-Laptop ist Open Source

Richtig interessant ist auch die Tatsache, dass das System Open Source ist. Das bedeutet, dass auch Dritthersteller jederzeit Erweiterungen für das System bauen und anbieten könnten. Es wäre sogar möglich, sich in gewisser Weise eigene Teile per 3D-Druck zu drucken.

Dazu kommt, dass zum Beispiel auch kostenlose Problemlösungen für bestimmte Elemente an den Kunden geschickt werden und auch die Software erhält natürlich Updates.

Für wen ist der Framework-Laptop nun geeignet?

Fakt ist, dass der Preis für den Framework-Laptop zwar hoch ist, aber die Austauschbarkeit und die Upgrade-Fähigkeit sind ein klarer Bonus. Für wen ist das Gerät aber nun schlussendlich geeignet?

Wie oben schon gespoilert: Das Gerät bewegt sich in allen Welten. Es ist daher gleichermaßen für PC-Handwerker, DIY-Liebhaber, Hardware-Enthusiasten, Preis-Leistungs-Käufer, Office Worker und viele andere Zielgruppen. Grob gesagt könnte dieser Laptop quasi der Letzte für immer sein – da sich das Gerät ja jederzeit upgraden lässt.

Ob sich das aber durchsetzen wird und eine breite Käuferschicht finden wird, das bleibt abzuwarten. Es ist definitiv ein spannendes und innovatives Konzept. Andere Hersteller haben das Grundkonzept (also beispielsweise änderbare Grafikkarten) auch schon mal versucht. Ein Beispiel ist Alienware. Das hat sich allerdings nicht durchgesetzt, da es recht unpraktisch war. Aus diesem Grund legt Framework auch so viel Wert darauf, dass es bei ihnen super einfach sein soll – drei Minuten eben.

Written by
Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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