Sideloading: Spotify wirft Apple Erpressung vor

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Das Thema Sideloading rund um den App Store von Apple geht in eine neue Runde. Nachdem sich Epic Games bereits zum Thema Fortnite und Sideloading geäußert hat, ist nun auch Spotify dran. Der Streaming-Anbieter nennt es ein „völlig neues Maß an Arroganz“ und spricht sogar von Erpressung.

Wir haben bereits über das Sideloading von Apple berichtet und auch darüber, dass es im Grunde kein „richtiges“ Sideloading ist, sondern eher eine Form, bei der Apple die Richtlinien der des Digital Market Acts zwar einhält, aber dennoch die Kontrolle behält.

Nicht nur die Tatsache, dass iPad-Nutzer hier noch das Nachsehen haben, stößt den Nutzern sauer auf – auch andere Firmen sind nicht gerade begeistert von Apples Vorgehensweise.

Spotify wirft Apple Arroganz und Erpressung vor

Nachdem sich der CEO von Epic Games, Tim Sweeney, zu Apples DMA-Plänen geäußert hat, gibt es nun auch seitens Spotify harte Kritik. Der Sweeney sprach schon davon, dass Apple die „wettbewerbsverzerrenden Praktiken“ einfach fortsetzen würde. Dieser Vorwurf aus den Reihen eines Unternehmens, welches natürlich bekanntermaßen schon mit Apple auf Kriegsfuß steht, ist die eine Sache.

Es gibt nun aber einen öffentlichen Blogbeitrag von Spotify, in dem noch härtere Worte gefunden werden. Dort heißt es, dass sich Spotify schon seit 1.782 Tagen bei der Europäischen Kommission dafür einsetzt, dass man gegenüber Apple Maßnahmen ergreifen würde.

Spotify fand es das Vorgehen von Gatekeepern wie Apple nach eigenen Aussagen schon immer inakzeptabel. Spotify verrät in dem Beitrag, wie aufgeregt man gewesen sei, als der Digital Markets Act geschaffen wurde. Man war stolz auf Europa.

Als man aber sah, was Apple daraus machte … nun, das Unternehmen nennt es ein neues Niveau der Arroganz. Außerdem werfe man Apple quasi Erpressung vor. Apple legte nach Aussage von Spotify einen neuen Plan vor (laut Spotify nur unter Zugeständnissen und unter dem Vorwand, man wolle die Vorschriften einhalten), aber dieser neue Plan sei eine völlige Farce laut Spotify.

Konkrete Rechnungen als Beispiel

Um das zu verdeutlichen, wird Spotify konkret. Man spricht von der neuen 50 Cent teuren Gebühr pro Download und Jahr. Man kritisiert, dass dies eine Gebühr zusätzlich zur Provision für gekaufte digitale Güter sei, also quasi eine reine Entwickler-Erlaubnis, dass man überhaupt auf iOS sei.

Eine besondere Belastung sei das vor allem für Anbieter kostenloser Apps. Geht eine App viral, dann müsste der Entwickler Apple mal eben Millionen Euro zahlen, ohne selbst an der App verdient zu haben.

Spotify spricht auch davon, dass sie pro Installation und pro Jahr 17 Prozent Provision und die Gebühr von 50 Cent zahlen müssten, sofern sie denn im App Store verbleiben und auch eigene In-App-Zahlungen anbieten wollen.

Umgekehrt bedeutet es, dass Anbieter von Apps meistens mehr an Apple zahlen müssten als vorher. Insofern ist es quasi eine Art Erpressung, wie Spotify erklärt. Die Alternative wäre in dem Fall tatsächlich keine Alternative.

Weiterhin blicken wir gespannt rund um das Thema Sideloading und Apple. Ob sich weitere Entwickler und Unternehmen gegen die Umsetzung der DMA-Politik bei Apple einsetzen? Ob Apple ihre Sideloading-Pläne wieder ändern oder sogar Änderungen offiziell auferlegt bekommen? Wir sind der Ansicht, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, denn sollten die Änderungen tatsächlich in der Form umgesetzt werden, dann hat Spotify zwar harte, aber nicht ganz unwahre Worte gefunden. Eine Alternative ist das nicht.

Quelle: Spotify, Epic Games

Maria Lengemann http://www.maria-lengemann.de

Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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