Schachbrett-Figuren: Designer präsentiert neue Design-Variante

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Wer schon immer ein paar Probleme hatte, die Schachregeln zu lernen oder die vielen Möglichkeiten der Figuren auseinanderzuhalten, der könnte mit diesem simplen Schach-Design endlich eine Lösung erhalten. Ein Designer hat ein Konzept für ein besonders einfaches Schachbrett erstellt, bei dem die Figuren selbst auch gleich die Hilfestellung dafür sind, was mit ihnen eigentlich alles erlaubt ist.

Das normale Schachspiel

Bei einem traditionellen Schachspiel gibt es insgesamt 16 Schachfiguren pro Partei, die sechs verschiedenen Kategorien angehören.

  • 1 x König (mit Krone)
  • 1 x Dame (mit Kranz und kleiner als König, wird auch Königin genannt)
  • 2 x Turm (dargestellt als Burgturm)
  • 2 x Läufer (seitlicher Schlitz, wird auch Bishop genannt)
  • 2 x Springer (dargestellt als Pferd, wird auch Pferd oder Ritter genannt)
  • 8 x Bauer

Wer Schach zum Beispiel digital ohne Figuren spielt, wird noch einmal extra verwirrt, denn hier gibt es zusätzlich noch Symbole, die aber zumindest durch

  • Weißer König (U+2654) oder schwarzer König (U+265A) mit einer Krone
  • Weiße Dame (U+2655) und schwarze Dame (U+265B) mit fünf Zacken nach oben
  • weißer Turm (U+2656) und schwarzer Turm (U+265C) mit Turm-Design und drei kleinen Kanten oben)
  • weißer Läufer (U+2657) und schwarzer Läufer (U+265D), mit Kreuz-Symbol/Mitra
  • weißer Springer (U+2658) und schwarzer Springer (U+265E), Pferdekopf
  • weißer Bauer (U+2659) und schwarzer Bauer (U+265F), einfache Menschengestalt mit Kugel oben

Jede Figur hat dabei seine ganz eigenen Möglichkeiten, sich auf dem Schachbrett fortzubewegen. Hier eine kleine Standard-Übersicht (ohne Sonderregeln oder alternative Varianten):

  • König: ein gerades oder ein diagonales Feld
  • Dame: beliebig viele Felder gerade oder diagonal, solange keine andere Figur zwischen Anfang und Ende steht
  • Turm: beliebig viele Felder gerade, solange keine, wenn keine andere Figur zwischen Anfang und Ende steht
  • Läufer: beliebig viele Felder diagonal, solange keine andere Figur zwischen Anfang und Ende steht
  • Springer: erst zwei Felder gerade und dann ein senkrechtes Feld (nur in dieser Kombination möglich), er kann außerdem über beliebige Figuren springen
  • Bauer: ein Feld gerade und auch nur vorwärts (beim ersten Zug sind zwei Felder erlaubt und Schlagen ist nur schräg vorwärts möglich)

Wer selbst nicht zu den Schachspielern gehört, überlegt jetzt vielleicht schon, welche Figur das noch mal mit dem einen Schritt nach vorne oder dem senkrechten und geraden in Kombination war. Obwohl es nur sechs Figurenarten sind, so kann es gerade für Schach-Einsteiger schon einmal verwirrend sein.

Die Lösung: ein vereinfachtes Design der Figuren

Der Designer Gray Crawford hat sich genau diesem Problem angenommen und ein Schachbrett-Design entworfen, bei dem die Figuren schlichtweg auch ungefähr so aussehen, wie das, was sie eigentlich dürfen. Klingt komplizierter als es ist.

Auf den ersten Blick sieht das neue Schachbrett etwas abstrakt aus, aber es ist eine enorme Hilfestellung, wenn man die vielen Möglichkeiten der Figuren bedenkt.

  • König: kleiner Stern mit Krone = eine kleinere Version der Dame mit einem deutlichen Punkt, der Punkt zeigt den einen erlaubten Zug an
  • Dame: Stern = alle Spitzen zeigen rund um die Figur, was erklärt, dass sie sich in alle Richtungen bewegen kann
  • Turm: Plus = das Plus-Zeichen zeigt, dass der Turm gerade laufen darf
  • Läufer: Kreuz = darf diagonal laufen
  • Springer: 8 Spitzen = die Spitzen zeigen auf die Felder, die mit zwei Feldern und dann mit einem Feld der anderen Achse möglich wären
  • Bauer: V = das V beziehungsweise das kleine Dreieck in V-Form zeigt, dass diese Figur Gegner nur schräg vor sich schlagen können, also genau so, wie das V zeigt

Ein Kreuz (Läufer) läuft also schräg, ein Plus (Turm) läuft gerade. Das V (Bauer) schlägt diagonal nach vorne und der Kranz mit Lücken (Pferd) zeigt die besondere Sprungart. Der König ist das kleine Symbol mit Krone als Punkt und die Königin ist wie ein großer Stern für alle Richtungen.

Auf diese Weise kann Schach erlernt und verinnerlicht werden, ohne sich tatsächlich mit all den Namen und Bildern auseinanderzusetzen. Durch die Symbole wird deutlicher, was die Figuren dürfen.

Wichtig: Obwohl die Idee schon ziemlich cool ist, können einige Sonderregeln natürlich nicht dargestellt werden. Vielleicht dürfen wir künftig noch ein Re-Design erwarten. Wir sind außerdem gespannt, wo wir das neue Schachbrett-Design dann vielleicht in digitaler Form spielen dürfen, falls es zu dem Design konkretere Pläne gibt.

Wer sich das Ganze hier noch einmal in Ruhe ansehen möchte: Auf X wurden von Crawford die entsprechenden Bilder hochgeladen:

Quelle: Gray Crawford / Twitter/X

Maria Lengemann http://www.maria-lengemann.de

Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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