Huawei benutzt jahrealten Ghost RAM im Mate 60 Pro

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Letzte Woche war SK hynix in eine Kontroverse verwickelt, die als Ghost RAM bezeichnet wurde. Heute haben weitere Untersuchungen von TechInsights, die von Bloomberg hervorgehoben wurden, ergeben, dass die Chips tatsächlich „Jahre alt“ sind. SK hynix scheint nun hinsichtlich der US-Vorschriften für die Lieferung von Technologie nach China aus dem Schneider zu sein.

Bei einem Teardown in der vergangenen Woche wurden in dem kürzlich auf den Markt gebrachten Huawei-Smartphone P60 Pro viele neue, in China hergestellte Komponenten gefunden, aber auch verschiedene RAM- und NAND-Chips der Marke SK hynix. Wenn diese nach der Verhängung und Umsetzung der US-Sanktionen gegen Huawei geliefert wurden, könnte SK hynix wegen Verstoßes gegen die vereinbarten Beschränkungen in Schwierigkeiten geraten sein.

Das Huawei P60 Pro war insofern ein bemerkenswertes Gerät, als es mit dem Kirin 9000S System-on-Chip auf den Markt kam, der auf SMICs 7mn-Prozess der zweiten Generation basiert. Das Telefon wurde in China als ein Triumph des chinesischen industriellen Erfindungsreichtums beschrieben. Man hatte den Eindruck, dass die US-Sanktionen die einheimische chinesische Technologie stärker und fortschrittlicher machten. Nach einigen eifrigen Teardowns stellte sich heraus, dass auch große Mengen südkoreanischer ICs hinter dem Design steckten, insbesondere SK hynix Ram und NAND.


In dem Bloomberg-Bericht über die neuesten Erkenntnisse wird darauf hingewiesen, dass SK hynix nachdrücklich bestreitet, nach den Sanktionen Geschäfte mit Huawei zu machen. Es wird derzeit mehrfach untersucht, wie Huawei in den Besitz dieser Chips gekommen ist. Die US-Regierung und SK hynix können sich nun jedoch darauf berufen, dass TechInsights herausgefunden hat, dass Huawei alte Lagerbestände verwendet hat. Diese Information wirft die Frage auf, wie viel alten RAM- und NAND-Bestand Huawei hat oder beschaffen kann, um den Markt für sein Mate 60 Pro zu befriedigen.

Der Korea Herald veröffentlichte auch aktualisierte Aussagen von SK hynix-Managern zu diesem brisanten Thema. Sie bieten keine neuen Informationen, zeigen aber, dass der Komponentenhersteller an seinen ursprünglichen Behauptungen festhält. „Wir haben absolut keine Geschäfte (mit Huawei) gemacht“, bekräftigte der stellvertretende Vorsitzende von SK hynix, Park Jung-ho, gegenüber Reportern. „Wir untersuchen die Umstände… und wir müssen genauer prüfen, welche Art von DRAM in diesem Telefon verwendet wird.“

Nach offiziellen Angaben von SK hynix hält sich das Unternehmen angeblich „streng an die Exportbeschränkungen der US-Regierung“. Es behauptet, die Lieferung von Chips an Huawei im Herbst 2020 eingestellt zu haben. Ob das wahr ist, wird sich noch zeigen.

 

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