Technik-Aus: Blizzard verrät mehr über die Probleme beim Survivalgame Odyssey

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Im Zuge der Entlassung von 1.900 Mitarbeitern bei Xbox wurde ebenso die Arbeit an diversen Games, die sich noch im Entwicklungsstatus befanden, gecancelt. Mit dazu gehört ein 2022 angekündigtes Survivalgame namens Odyssey, bei dem es in der Entwicklung bereits früher gewisse Probleme zu geben schien. Details hierzu verrieten nun Mike Ybarra und der Blizzard-Mitbegründer Allan Adham.

Blizzard kündigte 2022 vielversprechendes Game an

Erst im Januar 2022 kündigte Blizzard das vielversprechende Survivalabenteuer namens „Odyssey“ an. Spieler sollten mit dem Game eine Mischung aus Minecraft und Rust erhalten, das gleichzeitig jedoch nicht so viele Bugs wie das jeweilige Original aufwies. Die Idee war gut und das Spiel ankündigungsreif. Schließlich wurde bereits seit sechs Jahren daran gearbeitet.

Vielversprechend war außerdem, dass ein großer Name mit dem Projekt zusammenhing. Craig Amai, der bereits World of Warcraft entwickelt hatte, arbeitete mit einem Team zusammen, das aus etwa 100 Leuten bestand. Der große Vorteil: Survivalgames werden häufig von Indie-Entwicklern (also kleineren Studios) produziert. Blizzard arbeitete diesbezüglich unter ganz anderen Voraussetzungen an dem Game und besaß somit gute Aussichten auf einen Erfolgstitel.

Ein großes Problem – die falsche Engine?

Zunächst mag man davon ausgehen, dass sich Spieleentwickler wie Blizzard damit auskennen, wie eine Engine korrekt eingesetzt und sie zum Vorteil des Spiels verwendet wird. Dies schien zunächst auch bei „Odyssey“ der Fall. So wurde für das Spiel die Unreal Engine verwendet, die häufig bei anderen Survivalspielen zum Einsatz kam.

Mit der Zeit jedoch entschied sich das Management von Blizzard dazu, die hauseigene Synapse Engine zu nutzen. Dabei missachteten die Entwickler jedoch ein wichtiges Detail: Die Engine wurde zuvor hauptsächlich bei der Entwicklung von Mobile Games verwendet. Odyssey dagegen war nicht für den Mobile Gaming Markt vorgesehen. Trotzdem waren die Entwickler überzeugt von ihrer Idee, denn sie bot gleichzeitig einen großen Vorteil: Bis zu 100 Spieler können sich unter dem Einsatz der Engine auf der Karte bewegen und gemeinsam spielen.

Dementsprechend klang die Idee auf den ersten Blick sehr gut. In der weiteren Entwicklung machten sich dann jedoch immer mehr technische Probleme bemerkbar.

So mussten viele Teile des Spiels von den Entwicklern zunächst auf Unreal Engine programmiert werden, um diese später in die Synapse Engine zu portieren. Denn auf der Unreal Engine wurden alle Eigenschaften des Games zunächst getestet. Im Laufe der Zeit sei diese Vorgehensweise zu einem immer größeren Problem geworden.

Dennoch sah man das Game als vielversprechend an. Selbst zum damaligen Zeitpunkt gab es Planungen, das Team von 100 Mitarbeitern auf mehrere hundert aufzustocken, um das Projekt fachgerecht umzusetzen.

Unsicherheit beim Release-Datum

Für gewöhnlich dauert die Entwicklung eines Games mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte an. Odyssey wurde im Januar 2022 erstmals vorgestellt, wobei hier schon sechs Jahre Arbeit in dem Projekt steckten. Angepeilt für einen Release wurde damals das Jahr 2026.

Nun, nachdem das Projekt komplett gecancelt wurde, werden Details bekannt, dass 2026 eine gute Einschätzung gewesen sei. Diese hätte man jedoch sicherlich nicht einhalten können, nachdem sich immer mehr Probleme entwickelt hätten.

Projekt nach Microsoft-Übernahme gestoppt

Odyssey sei im Rahmen der Verhandlungen mit Microsoft ebenfalls ein Gesprächsthema gewesen. So berichtet der ehemalige Manager Mike Ybarra auf der Ende 2023 abgehaltenen Blizzcon, dass es seitens Microsoft das Versprechen gegeben habe, man überließe die Wahl der richtigen Engine Blizzard selbst.

Im Zuge der Übernahme hätte Microsoft jedoch entschieden, dass die Synapse Engine nicht produktionsreif sei und so wurden die Arbeiten am Game schließlich eingestellt.

Kaum Details zum Spiel bekannt

Generell war nicht ganz klar, in welchem Zeitalter, geschweige denn auf welchem Planeten oder in welcher Welt Odyssey spielen sollte. Zwei Artworks muteten an, dass das Game eher im Bereich Fantasy seine Heimat hätte finden können. Während andere Survivalgames sich eher auf den Bereich Action oder Horror beschränken, hätte Odyssey eine erfrischende Abwechslung sein können.

Ob jemals weitere Details zum Spiel erscheinen und somit ein weiterer Aufschluss möglich ist, ist daher fraglich.

Quellen: Blizzard, X/Twitter, Bloomberg

Maria Lengemann http://www.maria-lengemann.de

Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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