Kein Wo-ist-Tracking für die Apple Vision Pro (und eine mögliche Lösung)

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Wer sich ein Apple-Gerät zulegt, für den ist es eigentlich Gewohnheit, das iPhone, iPad, den Macbook und Co. über die Wo-ist-Funktion tracken zu können. Für die Vision Pro von Apple fehlt dieses Feature allerdings, was nicht gerade praktisch ist. Dennoch gibt es eine Lösung in Form eines AirTags.

Seit Freitag kann man die Apple Vision Pro in Amerika im Handel kaufen. Generell ist die Resonanz eher positiv und auch die ersten Verkaufszahlen können sich sehen lassen (wir berichteten über 200.000 verkaufte Brillen).

Bezogen auf eine wichtige Sicherheitsfunktion hagelt es nun aber Kritik, denn bei der Vision Pro hat man offenbar am Wo-ist-Tracking gespart. Bei einem VR-Headset, das nicht unter 3.500 US-Dollar zu haben ist, grenzt das schon fast ab Absurdität.

Keine Wo-ist-Funktion bei der Vision Pro

Die Vision Pro von Apple kommt tatsächlich ohne die bekannte Sicherheitsfunktion „Wo ist“ aus. Sie kann nicht in das Netzwerk mit den Geräten eingebunden werden und lässt sich daher im Falle eines Diebstahls nicht einfach per App tracken, wie es zum Beispiel für das eigene iPhone oder iPad der Fall wäre.

Apple hat das Fehlen dieser Funktion tatsächlich auch offiziell in einem Support-Dokument bestätigt. Es handelt sich demnach also nicht um einen Fehler.

Keine Fernlöschung der Daten möglich

Das fehlende Tracking ist noch nicht alles, was bei der Vision Pro nicht möglich ist. Insgesamt sieht die Liste länger aus:

  • die Vision Pro lässt sich nicht auf einer Karte finden, indem ein anderes Gerät oder das Internet genutzt wird (also die klassische Wo-ist-Tracking-Funktion)
  • es kann an der Vision Pro kein Ton abgespielt werden, um das VR-Headset zu finden
  • es kann kein Verlustmodus aktiviert werden
  • das Gerät kann aus der Ferne auch nicht gelöscht werden

Die einzige Sicherheitsfunktion, die für die Vision Pro von Apple tatsächlich integriert wurde, nennt sich Activation Lock. Diese Funktion lässt sich über „Wo ist“ aktivieren (ist also nicht mal standardmäßig aktiviert).

Wenn dieses Feature aktiviert wurde, dann kann es von einer fremden Person (also im Falle eines Diebstahls) zumindest nicht genutzt oder neu aufgesetzt werden. Apple glaubt nach eigenen Aussagen, dass das die Chancen erhöhen kann, das  Gerät im Verlustfall wiederzufinden. Praktisch gesehen kann man damit aber nur unterbinden, dass es neu aufgesetzt wird und hat überhaupt nichts damit zu tun, dass man wüsste, wo die Vision Pro überhaupt gerade ist.

Eigentlich wäre es technisch gesehen überhaupt kein Problem gewesen, das Wo-ist-Tracking zu integrieren. Es ist daher unklar, warum Apple auf diese doch so wichtige Funktion verzichtet hat.

Wichtig: Wer die Vision Pro verkaufen möchte, muss das Feature Activation Lock natürlich vorher deaktivieren. Umgekehrt könnte es auch beim Gebrauchtkauf noch Probleme geben, falls der Verkäufer vergessen hat, diese Sicherheitsfunktion auszustellen.

Offiziell hat sich Apple übrigens noch nicht dazu geäußert, warum das Feature Wo ist fehlt oder ob es vielleicht sogar per Update doch noch nachgereicht wird.

Eine mögliche Lösung: ein AirTag

Wer auf Nummer sicher gehen möchte (denn man kann bekanntermaßen so gut aufpassen, wie man möchte, im Ernstfall kann ein Diebstahl dann doch passieren), könnte einen AirTag oder einen anderen Tracker für das VR-Headset nutzen. Sie können beispielsweise am Kopfband angebracht werden. Man geht außerdem davon aus, dass sich der Markt recht schnell auf diesen Bedarf einstellen könnte und Dritthersteller passendes Montagezubehör anbieten werden.

Der AirTag kann dann in das Wo-ist-Netzwerk eingebunden werden und damit ist das Tracken der Vision Pro möglich (sofern die Batterien am AirTag auch nie vergessen werden …). Eine wirklich komfortable Lösung ist das natürlich nicht, daher hoffen wir, dass Apple noch ein Einsehen hat und das Tracking nachliefert.

Quelle: Apple

Maria Lengemann http://www.maria-lengemann.de

Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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