Amazonasgebiet: Lidar-Technologie enthüllt 2.500 Jahre alte Stadt

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Ein internationales Forscherteam, angeführt von Stéphen Rostain, hat mithilfe der Lidar-Technologie die Überreste einer Siedlung im Amazonasgebiet entdeckt. Die Archäologen fanden ein 2.500 Jahre altes Netzwerk aus Städten und Straßen, versteckt unter dem dichten Blätterdach des Regenwaldes. Diese Strukturen, die an die Komplexität der Maya-Zivilisation erinnern, zeugen von einer bisher unerkannten, entwickelten Gesellschaft.

Was ist die Lidar-Technologie?

Die Lidar-Technologie nutzt Laser zur Vermessung von Entfernungen. Sie hat es ermöglicht, die Konturen von über 6.000 menschengemachten Plattformen und Plätzen zu kartieren. Verbunden durch ein Netzwerk aus geraden Wegen, offenbaren diese Funde eine organisierte, landwirtschaftlich geprägte Urbanität, die von etwa 500 v. Chr. bis 600 n. Chr. existierte.

Neue Perspektiven auf den Amazonas

Diese Entdeckungen fordern zu einer Neubewertung der Rolle des Amazonas in der Geschichte auf. Widerlegt wird die Annahme, der Regenwald sei einst nur von nomadischen Völkern bewohnt gewesen. Stattdessen zeigt sich ein Bild von dicht bevölkerten, strukturierten Gemeinschaften.

Das Erbe der Upano im östlichen Ecuador

Parallel dazu hat die Forschung im Osten Ecuadors ähnliche Siedlungen zu Tage gefördert, die vom Upano-Volk bewohnt wurden. Diese waren Teil eines komplexen Systems aus Straßen und Kanälen, das die Bewohner über ein Jahrtausend lang nutzten. Die Entdeckung dieser Städte, mit einer Bevölkerung von über 10.000 Menschen, soll unser Verständnis der sozialen und kulturellen Dynamiken in der Region erweitern, heißt es.

Die Untersuchung dieser Areale zeigt nicht nur isolierte Dörfer, sondern ein weitreichendes Netz aus Siedlungen, verbunden durch ein ausgeklügeltes Straßensystem. Archäologische Funde wie Gruben, Feuerstellen und Artefakte geben Einblick in das Alltagsleben der antiken Bewohner.

Brasilianische Forschung ergänzt das Bild

In Brasilien deckte ein Team unter der Leitung von Luiz Eduardo Oliveira Cruz de Aragão eine Vielzahl unbekannter Strukturen auf. Ihre Analyse von nur 0,08 Prozent des Amazonas weist darauf hin, dass möglicherweise Tausende weitere archäologische Stätten unentdeckt bleiben.

Die Bedeutung für den Naturschutz

Die Studien verdeutlichen nicht nur die kulturelle und historische Bedeutung des Amazonas, sondern betonen auch die Dringlichkeit seines Schutzes. Die Anerkennung seiner historischen Dimension könnte neue Anreize für den Erhalt des Regenwaldes schaffen, so die einhellige Meinung.

Quelle: H. Prümers/DAI, Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung, Science

Maria Lengemann http://www.maria-lengemann.de

Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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