Krebs-Wearable: Überwachung der Tumorgröße per App

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Krebs gehört nach wie vor zu den Erkrankungen, die noch nicht vollständig erforscht sind. Dementsprechend ist es in manchen Fällen nur schwierig, betroffenen Patienten rechtzeitig zu helfen. Nun beschäftigt sich eine Projektgruppe der TU Hamburg mit einem sogenannten Krebs-Wearable, welches die regelmäßige Kontrolle des Tumorwachstums ermöglichen soll.

Technische Lösungen sind immer mehr im Kommen

Heutzutage überprüfen viele Menschen ihren Tagesablauf und zahlreiche Einzelheiten per Smartphone oder Tablet. Technische Lösungen gibt es immer öfter. So ist seit einigen Jahren auch ein Chip im Einsatz, mit dem sich der aktuelle Insulinspiegel eines Diabetes-Patienten per App abrufen lässt.

Ein ähnliches Konzept verfolgt nun die TU in Hamburg. Im Rahmen des Projekts steht ein sogenanntes Krebs-Wearable. Eine Uhr, die Veränderungen eines Tumors anzeigt, indem sie sich mit einem implantierten Chip im Körper verbindet.

Welche Rolle das Wearable im Falle von Krebs spielt

Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum erkranken jährlich mehr als 400.000 Personen innerhalb Deutschlands an Krebs. Die Hälfte davon verstirbt kurze Zeit später aufgrund der Folgen.

Ein Grund hierfür sind Zeiträume, in denen sich der Patient unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten unterzieht. Mit dazu gehören zum Beispiel eine Strahlen- oder Chemotherapie. Im Rahmen der Behandlung werden die Krebszellen beschädigt und der Tumor zieht sich im Idealfall zurück oder verschwindet ganz. Hierfür muss der Patient jedoch eine hohe Last auf sich nehmen. Denn die Behandlung geht nicht selten ohne Nebenwirkungen wie Übelkeit, Magenschmerzen oder ähnliches einher.

Ergebnisse der Therapie zeigen sich erst im Nachhinein, wenn der Patient erneut mittels bildgebender Verfahren untersucht wird. Da diese Verfahren nur alle paar Monate angewandt werden können, besteht in der Übergangszeit keinerlei Option, um das Verhalten des Tumors zu überwachen.

Gerade im Bereich von Krebserkrankungen ist schnelles Handeln jedoch immer von Vorteil und kann das Leben des Patienten retten. Genau hier setzt der Chip, beziehungsweise die Idee des Projekts an. So soll die entwickelte App, welche im Wearable integriert ist, den Nutzer und den behandelnden Arzt über die Entwicklung des Tumors regelmäßig informieren. Auf diesem Weg sei ein schnelles Handeln möglich, ohne dass weiterhin auf eine möglicherweise sinnlose Therapie gesetzt wird.

So arbeitet der implantierte Chip

Die Leitung des Projekts übernahm Prof. Andreas Bahr, welcher an der TU Hamburg das Institut für Integrierte Schaltungen (ICC) leitet. Der Chip ist so konstruiert, dass die gemessenen Daten auf telemetrische Art übertragen und schließlich medizinisch ausgewertet werden können.

Hierzu befinden sich innerhalb des Chips ein paar empfindliche Sensoren, welche den Sauerstoffgehalt im Blut des umliegenden Gewebes bestimmten und somit in Echtzeit Auskunft über das Verhalten des Tumors geben können.

Bisherige Verfahren, die zur Kontrolle des Tumors eingesetzt werden und nicht immer Vorteile für den Patienten mit sich bringen, würden dank der App ergänzt, was somit eine präzise Überwachung und sofortige Behandlungsanpassung zulässt.

Aktuell befindet sich das Projekt in der Entwicklung, wobei zunächst eine grundsätzliche Realisierbarkeit dieser Technik untersucht wird. Dennoch zeigt sich der Professor optimistisch. Nachdem eine technische Umsetzbarkeit belegt sei, bestünde der nächste Schritt aus praktischen Versuchen an biologischen Zellen und Gewebe.

Bis zu einer tatsächlichen Realisierung werden laut ihm jedoch noch einige Jahre der Forschung notwendig sein.

Quellen: TU Hamburg, Abendblatt

Maria Lengemann http://www.maria-lengemann.de

Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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