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Test: Gaming-Laptop von Lenovo für nur 430 Euro – kann das funktionieren?

Wer sich einen neuen Gaming-Laptop zulegen möchte, muss tief in die Tasche greifen, um das Beste abzugreifen. Wenn das aber nicht drin ist, schauen sich Käufer auch bei preiswerteren Modellen um. Amazon bewirbt bei der Suche nach Gaming-Laptops ein Modell von Lenovo sehr aktiv, welches gerade einmal 430 Euro kostet. Ist das ein schlechter Laptop oder gar der Beste im unteren Preissegment? Wir haben ihn genau unter die Lupe genommen und unseren Video-Test für euch.

Vorab schon einmal unser kleines Fazit: Einige Dinge funktionieren überhaupt nicht und andere wiederum überraschend gut.

Das gesamte Video-Fazit inklusive Benchmarks könnt ihr euch auf unserem YouTube-Kanal ansehen:

Die schriftliche Ausführung erhaltet ihr wie immer hier.

Das hat der 430-Euro-Gaming-Laptop von Lenovo auf dem Kasten

Beginnen wir erst einmal mit den Basics, damit ihr wisst, was ihr für die 430 Euro bekommt:

  • 15,6 Zoll (HD BrightView mit LED Backlight)
  • Full HD (1.920 x 1.080 Pixel)
  • 250 Nits Bildschirmhelligkeit
  • Windows 11 Pro als Betriebssystem
  • AMD Ryzen 5 7520U als Prozessor
  • iGPU (AMD Radeon 610M)
  • 16 GB DDR5 RAM
  • 512 GB SSD-Festplatte (1 TB Speicher gibt es für nur 30 Euro mehr, wenn man beim Kauf die andere Version wählt)
  • 4.100 mAh Akku (5-6 Stunden Akkulaufzeit, unter voller Last eher 3 Stunden, aufladbar in 60 Minuten von 0 auf 80 Prozent)
  • MS Office vorinstalliert
  • Anschlüsse: 1 x HDMI 1.4b, 1 x USB-C 3.0, 2 x USB-A, 1 Gb LAN, 1 x Klinke und 1 x LAN
  • Bluetooth
  • Webcam mit 720p und Mikrofon
  • WiFi 6
  • 2 Jahre Garantie im Schadensfall (aber nur über shinobee, offenbar nicht über Lenovo)
  • Gewicht 1,6 kg

Für den Preis hätten wir eher 8 GB RAM erwartet, sodass uns 16 GB positiv überrascht haben. Eine eigene Grafikkarte hat der Laptop zudem nicht, sondern eine iGPU, also eine integrierte Form im Prozessor. Die Helligkeit von 250 Nits reicht aus, wäre in manchen Situationen natürlich heller noch schöner.

Die Bauqualität im Fokus

Für den Preis, den Lenovo veranschlagt, bietet das Unternehmen eine durchaus solide Bauqualität. Er ist recht dünn und die Art, wie sie das Plastik verbaut haben, hinterlässt einen guten Eindruck. Es gibt sogar eine Maserung, die einerseits hochwertig aussieht, sich aber auch angenehm anfühlt.

Das Trackpad ist ziemlich klein ist definitiv nur etwas für kleinere Hände, es fühlt sich auch recht unterstützend an. Bei einem Gaming-Laptop ist aber davon auszugehen, dass das Trackpad zum Zocken wohl nicht zum Einsatz kommt, sondern eine externe Maus.

Bei der Tastatur waren wir – zumindest für den niedrigen Preis – ebenfalls verhältnismäßig überrascht. Das war keine Tastatur, die einen von den Socken haut, aber für den Preis erwartet man definitiv etwas schlechteres. Es ist ein Numpad enthalten und auch das Tippen passte gut.

Insgesamt liegt der günstige Lenovo-Laptop stabil in den Händen und wirkt nicht, als würde es gleich auseinander brechen. Einzig Fingerabdrücke ist ein Thema, denn diese können nicht einfach weggewischt werden, sondern sind recht hartnäckig auf dem schwarzen Material.

Wie schneidet der billige 430-Laptop im Stresstest ab?

Wir haben uns natürlich auch intensiv mit der Hardware und Performance auseinandergesetzt. Bei dem Preis befürchtet man ja durchaus, dass das Gerät schon fast in Flammen aufgeht, wenn man Stresstests durchführt. Ganz so schlimm war es zwar nicht, aber an die Grenzen gebracht haben wir den Billig-Gaming-Laptop trotzdem. Hier die Ergebnisse im Detail:

Cinebench:

  • Cinebench-Score (CPU Single Core): 59 pts
  • Cinebench-Score (CPU Multi Core): 248 pts
  • Cinebench-Score (MP Ratio): 4,18 x

DiskMark:

  • DiskMark (Read MB/s):
    • 1759,94
    • 1529,62
    • 551,99
    • 57,56
  • DiskMark (Write MB/s)
    • 1671,72
    • 1480,43
    • 358,12
    • 174,59

3D Mark:

  • Timespy Test 1: 633 (Excellent)
  • Timespy Test 2: 633 (Excellent)
  • Timespy Test 3: 634 (Excellent)

Wie schlägt sich der Laptop für 430 Euro in den Spielen?

Die Benchmarks allein sagen euch noch nicht so viel dazu, wie der Gaming-Laptop von Lenovo für nur 430 Euro schlussendlich in Spielen abschneidet. Auch das haben wir natürlich ausführlich für euch getestet. Wir haben uns dabei an die gleichen Spiele gehalten, die wir für euch auch schon beim 1.000-Euro-PC getestet haben. Hier findet ihr nochmals das Video:

Auch wir haben den 430-Euro-Laptop nun in folgenden Spielen unter die Lupe genommen:

  • Cyberpunk 2077: Im ersten Test unter normalen Einstellungen hatten wir 3 bis 4 Frames und das Spiel ist gegen Ende abgeschmiert. Das war logischerweise nicht sehr ergiebig. Im zweiten Test wählten wir niedrige Einstellungen und hatten durchschnittlich 16 bis 17 Frames. Es kam sogar zu grafischen Bugs aufgrund der schlechten Performance.
  • Counter-Strike 2: Bei diesem Spiel haben wir uns auf Dust II konzentriert und hatten mit niedrigen Einstellungen 40 bis 50 Frames. Das war für uns quasi schon fast spielbar.
  • Hellblade 2: Bei Hellblade 2 war es schon problematisch, das Spiel überhaupt zu starten. In den niedrigsten Einstellungen schafften wir es auf unspielbare 5 bis 6 Frames. Immerhin überhitzt der Laptop nicht, sondern sieht rechtzeitig selbst ein, dass es Zeit ist, die Software zu beenden.

Von den drei Spielen konnte Counter-Strike 2 noch am ehesten überzeugen, wenn auch mit niedrigen Einstellungen. Die Frage ist nun aber, wenn es nicht diese Top-Spiele sind, welche sind es dann, die sich mit dem Gaming-Laptop von Lenovo für nur 430 Euro zocken lassen? Auch dazu haben wir Tests gemacht:

  • Minecraft: Bei niedrigen Einstellungen lässt sich Minecraft bei 20 bis 90 Frames zocken. Die hohe Range liegt daran, dass bei neuen Chunks die Frames abstürzen. Sobald man sich in Chunks befindet, die geladen wurden, läuft das Spiel wieder rund auf 89 bis 90 Frames.
  • Ori and the Blind Forest: Hier liegen die Frames bei konstanten 60 bei einer Auflösung von 1.280 x 720. Das Spiel lässt sich also ganz gut spielen.
  • League of Legends: Für die LoL-Fans lassen sich 90 bis 100 Frames erreichen bei mittleren Einstellungen und mit der Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel. Das lief überraschend gut, auch wenn es ab und zu Ruckler gab.

Spiele, die grafisch und technisch nicht wahnsinnig herausfordernd sind und die nicht gerade zu den AAA-Titeln gehören, können daher relativ problemlos gespielt werden, wie unsere Tests zeigen. Generell ist das günstige Lenovo-Modell vor allem für Spieler gedacht, die grafisch und technisch keine aufwendigen Spiele spielen wollen. Ideal ist er auch als Einstiegsgerät für Jugendliche oder für Studenten, die selten zocken und etwas Günstiges suchen. AAA-Spiele funktionieren nicht, aber auch im Mittelsegment gibt es eine große Bandbreite an möglichen Spielen, die davon profitieren könnten – und zwar für einen guten Preis.

Written by
Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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