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Surface vs. MacBook: Ist Microsofts neuer Surface-Laptop 7 wirklich 60 Prozent besser?

Microsoft startet offenbar mal wieder eine direkte Offensive gegen Apple. Während der Präsentation wurde sehr oft der Vergleich zu Apple gezogen. Microsoft betonte dabei mehrfach, wie viel besser die eigenen Laptops sind. Dabei kam auch die Aussage, dass Microsofts Laptops knapp 60 Prozent besser seien als Apples Geräte. Stimmt das wirklich? Wir schauen uns die Fakten an.

Ihr könnt euch diese News auch jederzeit bequem über unser Video in Kurzform ansehen:

Versprechungen über Versprechungen

Am 20. Mai 2024 hat Microsoft während einer Präsentation ein paar ziemlich spannende Dinge verraten. Die wohl größte Aussage war, dass die eigenen Laptops zu 60 Prozent besser als Apple-Geräte seien. Generell wäre es das größte Windows-Upgrade.

Betont hatte man zum Beispiel, dass der neue Snapdragon X Elite mehr Leistung und eine bessere Batterie-Effizienz aufweist. Auch in der Produktion soll dieser Prozessor preiswerter sein.

Aus der Vergangenheit wissen wir aber auch, dass Microsoft durchaus gerne Versprechungen macht, diese am Ende aber nicht ganz halten kann. Die Aussagen sind also insgesamt mit Vorsicht zu genießen.

Könnt ihr euch zum Beispiel noch an ältere Surface-Modelle erinnern? Auch dort hatte Microsoft den Himmel versprochen, aber außer den Nativ-laufenden Apps lief am Ende fast gar nichts. Allein, Photoshop richtig zu verwenden, war damals eine Katastrophe. Touch hatte nicht funktioniert. Das Programm lief damals so langsam, dass man sich zwischendurch glatt einen Kaffee hätte kochen können.

Damals war das Problem, dass die Surface-Geräte ARM anstatt x86 benutzen. Dadurch müssen viele Programme umgeschrieben werden, um die ARM-Architektur zu verwenden. Jedes Microsoft-Programm wiederum nutzt seit dem Anbeginn der Zeit x86. Das Problem ist deutlich, oder?

Microsoft hat allerdings auch hier viele Versprechungen gemacht und noch dazu immens Geld und Zeit investiert. Viele Standard-Programme laufen jetzt tatsächlich nativ über ARM.

Microsofts Präsentation

Kommen wir nun zur Präsentation des Unternehmens. Microsoft hat sowohl das Surface Pro 11 und den Surface-Laptop 7 vorgestellt. Beide Geräte sind nun mit OLED-Panels ausgestattet, sodass sich Käufer über eine höhere Helligkeit von 600 Nits freuen dürfen. Allgemein profitieren die Geräte außerdem nun von mehr Kontrast. Vorteilhaft an der OLED-Technologie ist auch das bessere Schwarz, die Helligkeit und der weitere Blickwinkel.

Außerdem fallen die Geräte durch ihre runden Ecken auf. Beim Mac von Apple gibt es ja bereits am oberen Rand Abrundungen und beim Surface sogar unten. Generell ist das Surface in anderen Design-Punkten aber ebenfalls gut durchdacht. Das Gehäuse besteht komplett aus Aluminium im typischen Blau.

AI-Features in Microsoft-Geräten

Als große neue Features hat Microsoft sowohl AI als auch Copilot vorgestellt. Verbaut wurde hierfür eine eigene NPU, die sich nur um die Verarbeitung der AI-Aufgaben kümmert. Pro Sekunde packt die NPU mindestens 40 Trillionen Operationen.

Generell gehört AI und eben auch KI zu unserem Alltag, ganz gleich, in welche technische Richtung wir schauen. In Zukunft wird dieser Punkt noch viel größer. Passend dazu hat Microsoft auch Recall vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine intelligente Browser-Historie für den gesamten PC. Es wird alles gespeichert, was der Anwender in den letzten Tagen gemacht hat und das kann wieder abgerufen werden.

Die Funktion läuft aber anders wie der normale Verlauf. Wer sich beispielsweise vor drei Tagen auf irgendeiner Webseite einen Bonobo-Affen angesehen hat, kann über das Recall-Center Bonobo-Affe eingeben und die AI sucht dann genau das heraus, was man sich vor drei Tagen angesehen hat.

Die Frage ist nur, ob es sich um ein ziemlich cooles Feature handelt oder irgendwie doch ein noch stärkerer Eingriff in unsere Privatsphäre ist? Microsoft äußert sich zu diesen Bedenken natürlich und betont, dass die Recall-Funktion keinen Zugriff auf die Cloud hat und daher nur lokal auf dem eigenen Gerät läuft. Microsoft und auch sonst niemand schaut also zu.

Wichtig: Zusätzlich wird es möglich sein, einzelne Apps von dieser Anwendung auszuschließen. Man könnte also zum Beispiel entscheiden, dass der Chrome-Browser von der Recall-App nicht gespeichert wird.

Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Open AI

Open AI, das Unternehmen hinter dem bekannten Chat-Bot ChatGPT, hat sich mit Microsoft zusammengeschlossen. Damit läuft künftig ChatGPT 4 nativ auf den Geräten. Damit greift Microsoft wie weiter oben schon erwähnt ganz direkt den Konkurrenten Apple an.

  • 58 Prozent kontinuierliche Leistung durch den neuen Snapdragon X Elite
  • 23 Prozent besser in Peak-Leistung

Diese Vergleichswerte hat Microsoft gegenüber dem MacBook von Apple mit M3-Chip ausgerufen. Wenn man bedenkt, dass allein dieser Laptop von Apple schon ein echtes Performance-Biest ist, kann man sich vorstellen, wie gut die neuen Geräte von Microsoft performen dürften.

Die Frage ist aber, ob Microsoft das tatsächlich schafft. 

Übrigens: Auch beim Akku greift Microsoft den Konkurrenten an und behauptet, dass die neuen Geräte 20 Prozent mehr Batterieleistung als das MacBook Air haben werden. Microsoft verspricht passend dazu 15 Stunden dauerhaftes surfen und 22 Stunden kontinuierliches Ansehen von Videos. Beim Vorgänger-Modell von Microsoft waren es nur sechs Stunden, sodass auch hier ein ordentlicher Boost angekündigt wurde.

Weitere technische Daten des Laptops

Der neue Laptop von Microsoft wird mit 16 GB DDR5-Arbeitsspeicher ausgestattet sein. Gleichzeitig wartet das Gerät mit Wi-Fi 7 auf, also dem neuesten Standard, der bis zu 6 GB/s übertragen kann.

Die genannten Seitenhiebe waren aber noch nicht alles, was Microsoft während der Präsentation vom Stapel gelassen hat. Man betonte auch, dass der neue Laptop drei 4K-Bildschirme und das eigene Display unterstützt und dass es bei Apple „nur“ zwei Bildschirme und das eigene Display sind.

Verbessert wurde laut Microsoft auch das Trackpad. Es soll jetzt keinen Mechanismus mehr geben, den Anwender aktiv herunterdrücken müssen. Stattdessen wird es ein haptisches Trackpad sein, welches durch kleine Vibrationen signalisiert, dass ein Klick erfolgt ist.

Die Frage ist auch hier, ob das wirklich eine Verbesserung ist und ob man es im Vergleich als angenehm wahrnimmt. Immerhin wurde durch den fehlenden Mechanismus Platz eingespart, der nun wiederum anders genutzt werden kann.

Übrigens: Der letzte wichtige Punkt zum Abschluss. Microsoft verrät, dass das Gehäuse des Laptops zu 67 Prozent aus recycelten Materialien besteht und auch eine zu 100 Prozent recycelte Aluminium-Legierung hat.

Neues Surface Pro

Vorgestellt wurde von Microsoft aber nicht nur der neue Surface-Laptop 7, sondern auch das Tablet Surface Pro 11. Optional können sich Käufer für ein OLED-Panel entscheiden.

Grundlegend soll das Tablet 90 Prozent schneller sein als das Surface Pro 9. Die tatsächliche Leistung muss man aber natürlich auch hier wieder abwarten. Unterstützt werden beim neuen Tablet auch hier Wi-Fi 7 und drei Monitore. Optional lässt sich das Gerät auch mit 5G erwerben, um unterwegs das Internet zu nutzen.

Etwas spannender ist aber auch die Tastatur. Microsoft hat das Flex-Keyboard komplett überarbeitet, sodass sich die Tasten jetzt besser anfühlen und allgemein auch besser auf Anschläge reagieren. Zusätzlich sind die Tasten beleuchtet, sodass sich Anwender auch im Dunkeln zurechtfinden. Und hier erneut die Frage: Braucht man das überhaupt und gibt es heutzutage noch beleuchtete Tablet-Tastaturen? Einige LEDs wären sicherlich sinnvoller.

Wissenswert: Die Tastatur kann man künftig abnehmen und automatisch auf Bluetooth wechseln. Auch hier erneut die lustige Zwischenfrage, warum Microsoft darauf eigentlich erst jetzt gekommen ist? Fakt ist, dass das ein nützliches Feature ist.

Lohnen sich die neuen Surface-Geräte von Microsoft?

Alles in allem hat Microsoft Geräte vorgestellt, die durchaus das Potenzial haben, es mit Apple aufnehmen zu können. Man merkt, dass auch Microsoft verstärkt auf AI setzt und sich daher durch Copilot, Recall und Chat GPT für allem für AI-Enthusiasten lohnt. Bei der realistischen Leistung sind wir noch etwas zurückhaltend, trotz der doch immensen Versprechungen von Microsoft. Die Praxis wird es in der nächsten Zeit zeigen, wie realistisch die Werte sind.

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Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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