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KI-Strategie von SAP mit wichtigen Partnerschaften: Keine Milliardeninvestitionen, aber Risiken

Der deutsche Softwareriese SAP stellt seine KI-Strategie vor und will Milliardeninvestitionen vermeiden. Der Softwarekonzern will daher mit so namhaften Unternehmen wie Microsoft, Nvidia oder Mistral zusammenarbeiten. In Orlando im US-Bundesstaat Florida hat der Tech-Riese unter dem Namen Sapphire eine Kundenkonferenz einberufen.

SAP-Chef Christian Klein hat vom 3. bis 5. Juni 2024 in Orlando im US-Bundesstaat Florida die Kundenkonferenz Sapphire einberufen und seine neue KI-Strategie vorgestellt. Mit dabei waren namhafte US-amerikanische Tech-Riesen. SAP will KI direkt in alle Geschäftsanwendungen integrieren. Der deutsche Tech-Konzern kann damit Kosten sparen, doch ist das teilweise auch mit einem höheren Aufwand verbunden.

Zusammenarbeit von SAP mit wichtigen US-amerikanischen Unternehmen

SAP betreut mehr als 400.000 Firmenkunden und arbeitet nach Angaben von Chef Christian Klein mit über 80 Partnern an zahlreichen KI-Lösungen. Wichtige Gäste von Sapphire waren Vertreter von Nvidia und AWS. Nvidia-Chef Jensen Huang war per Videokonferenz zugeschaltet. Solche Partner sind für SAP wichtig, um das KI-Konzept voranzutreiben, ohne Milliardensummen zu investieren. SAP ist zwar der einzige deutsche Tech-Gigant, aber deutlich kleiner als Meta oder Google.

Christian Klein wies in seiner Rede auf der Sapphire auf die wichtigsten Kooperationen hin:

  • Nvidia hilft dabei, den digitalen Assistenten Joule zum Berater für IT-Projekte zu machen.
  • Microsoft erweitert gemeinsam mit SAP die Fähigkeiten von KI-Assistenten. Die Assistenten Joule von SAP und Copilot von Microsoft sollen zusammen Unternehmenssteuerung, Finanzplanung und Logistik erleichtern.
  • Mistral ermöglicht SAP die Nutzung von Modellen mit generativen KI-Funktionen.
  • Mit AWS ist eine erweiterte Kooperation geplant.

SAP sieht vor, dass sich seine Kunden für eines oder mehrere KI-Modelle am Markt frei entscheiden können. SAP entwickelt nicht selbst die KI-Basismodelle und arbeitet daher mit Partnern zusammen. Der deutsche Konzern verknüpft die Modelle mit seiner Unternehmenssoftware.

Kosten sparen mit Partnerschaften

Aufgrund der verschiedenen Partnerschaften auf dem Gebiet der KI muss SAP nicht selbst in Cloud-Datenzentren investieren. Das KI-Budget von SAP für die nächsten zwei Jahre liegt bei einer Milliarde Euro. Im Vergleich dazu sind die Investitionen anderer Unternehmen deutlich höher:

  • Google mit zwölf Milliarden US-Dollar im letzten Quartal
  • Microsoft mit 14 Milliarden US-Dollar im letzten Quartal
  • Meta mit 40 Milliarden US-Dollar für das gesamte Jahr 2024

Die Partner müssen hingegen deutlich höhere Aufwendungen leisten, vor allem, wenn es um die Chips von Nvidia geht. Tech-Vorstand Jürgen Müller von SAP befürchtet, dass sich der Konzern verzettelt und hinter der Konkurrenz mehrere Quartale hinterherhängt.

Für SAP gilt es, in die eigene Geschäftstechnologie-Plattform eine Steuerungsebene einzubauen, um den Zugriff auf externe Angebote zu steuern. Das ist für Unternehmen, die alle Leistungen aus einer Hand anbieten, nicht erforderlich.

SAP strebt Marktführerschaft bei Geschäfts-KI an

Um Marktführer bei Geschäfts-KI zu werden, muss SAP KI in alle Unternehmensbereiche integrieren, beispielsweise in Finanzwesen, Personalmanagement oder Lieferkettensteuerung. Ein Schreibassistent, der in die Plattform Success Factors integriert ist, soll Dokumente erstellen. Ein Einkaufsassistent wird in die Lösung für Onlineshops integriert. Joule soll als digitaler Assistent die Nutzer bei allen Programmen unterstützen.

Auswirkungen auf die SAP-Aktie

Noch bleibt abzuwarten, welchen Nutzen die Kunden von SAP mit den neuen KI-Funktionen haben. SAP kann das noch nicht klar benennen. Das Unternehmen verfügt bereits über 27.000 Geschäfts-KI-Kunden. Das ist nur ein Bruchteil, verglichen mit 400.000 Bestandskunden.

Aufgrund der Ankündigung von SAP in Orlando schwankte die SAP-Aktie am 4. Juni an der Börse. Sie gab im Tagesverlauf nach, konnte jedoch nachbörslich ein Plus von einem Prozent erzielen. Der Börsenwert von SAP liegt gegenwärtig ungefähr bei 224 Milliarden US-Dollar.

Quellen: SAP, Nvidia, Microsoft, Mistral, AWS, Handelsblatt

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Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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