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Gaming-Tische unter 70 Euro: unser Video-Test

Wer sich einen neuen Gaming-Tisch zulegen möchte, hat bekanntermaßen wie bei allem anderen im Leben verschiedene Preisklassen zur Auswahl. Wie wäre es also mit einem billigen Gaming-Tisch für unter 70 Euro? Was an sich nach einer guten Idee klingt, ist in unserem Video-Test aber maßlos durchgefallen.

Ein niedriger Preis muss auch stets irgendwo herkommen. Im Zweifel leidet also die Qualität, was im schlimmsten Fall dann sogar kritisch für eure Hardware sein könnte, wenn der Tisch zusammenkracht oder anderweitig Probleme macht.

Wir haben den Video-Test für euch gemacht und uns speziell billige Gaming-Tische für unter 70 Euro angesehen. Und Spoiler-Alarm: Nicht alle werden es überleben …

Drei getestete Gaming-Tische unter 70 Euro

Wer sich einen neuen Tisch zum Zocken möglichst preiswert zulegen möchte, schaut natürlich nach besonders niedrigpreisigen Angeboten. Das haben wir für euch ebenfalls getan und drei Exemplare gewählt, die weniger als 70 Euro kosten. Wir haben die drei Tische dem härtesten Test ausgesetzt, den wir uns ausdenken konnten und freuen uns darauf, euch die Ergebnisse zu präsentieren.

  1. Huzaro Hero 6.0 White: Dieser Tisch kostet bei Amazon sonst 83 Euro, aber wir haben ihn glücklicherweise reduziert für 69 Euro erhalten.
  2. JUMMICO Gaming-Tisch: Diesen Tisch erhaltet ihr normalerweise für knapp 66 Euro, aber er ist derzeit bei Amazon im Angebot und kostet nur knapp 56 Euro.
  3. Huzaro Hero 1.6 Black: Dieser Tisch kostet bei Amazon 59 Euro.

Alle Tische fallen direkt damit auf, dass sie sehr preiswert sind, aber auch gleichzeitig sehr leicht. Wir haben uns in unserem Video-Test erst mal dem Aufbau gewidmet. Alle Tische waren leicht aufzubauen und machten keine Schwierigkeiten. Beim Hero 1.6 waren nur drei Bilder in der Anleitung, es brauchte aber auch nicht mehr. Der JUMMICO war tendenziell der „schwierigste“ im Aufbau, aber das lag vor allem an seiner Form.

Huzaro Hero 1.6 Black

Beginnen wir nun mit dem Einzeltest.

  • 120 cm Breite
  • 60 cm Tiefe (der Tiefste der drei Tische)
  • 77 cm Höhe (zwar der Höchste der getesteten Tische, aber 77 ist für sehr große Menschen eher etwas zu niedrig, unser Tester David im Video ist zwei Meter groß, noch besser wäre es für ihn, wenn der Tisch noch mal 10-15 cm höher wäre)
  • 11,75 kg schwer
  • Schwarz
  • zwei Kabelkanäle (Kunststoff)
  • keine Einstellbarkeit (bei den anderen aber auch nicht)
  • schraubbare Füße, falls der Boden uneben ist (ca. einen Zentimeter)

Ersteindruck: Der erste Eindruck war relativ positiv. Wir mochten die Tischplatte mit Carbon-Optik, die sehr stylisch wirkt. Zusätzlich noch der weiße Akzent in der Platte – dadurch hat er einen sehr modernen Look.

Als Arbeitsplatte wird eine MDF-Platte angegeben mit Carbon-Flex-Beschichtung. Für uns wirkt das Material sehr billig, ist aber im Grunde auch nicht anders zu erwarten. Beim Gewicht fühlte es sich eher an, als ob er um die drei Kilo wiegt, aber tatsächlich sind es über elf Kilo. Leider wackelt der Tisch schon bei der kleinsten Berührung, sodass wir das Gefühl hatten, dass er nicht sonderlich stabil ist.

Huzaro Hero 6.0 White

Machen wir direkt weiter mit dem zweiten Tisch in unserem Test und auch dem zweiten Tisch des Herstellers. Der Hero 6.0 White hat eine L-Form und insgesamt mehr Platz. Hier noch die Fakten:

  • lange Seite 99 cm
  • kurze Seite 64 cm
  • 42,2 cm Tiefe
  • 74 cm Höhe
  • 16,8 kg schwer
  • Weiß
  • keine Einstellbarkeit

Ersteindruck: Die Kombination aus weißen und schwarzen Elementen ist sehr stylisch, das muss man dem Tisch wirklich zugutehalten. Auffällig ist auch, dass die Beine aus dem gleichen für uns persönlich billigen Blech gefertigt sind wie beim 1.6 Black, zumal es ja der gleiche Hersteller ist.

Der Tisch ist in unserem Test nicht sehr stabil, die Beine sind sehr dünn und sehr wackelig. Immerhin ist er aber von allen drei getesteten Billig-Tischen noch der Stabilste von allen. Die Arbeitsfläche ist auch hier aus dem gleichen Pressholz gefertigt, aber erneut mit Carbon-Optik versehen. In Weiß sieht diese auch ziemlich gut aus.

Was uns eher negativ auffiel, ist die geringe Fläche. Wer eine größere Tastatur, einen großen Monitor und eine Maus unterbringen möchte, hat schon extreme Platznot (könnt ihr im Video sehr gut sehen). Ein weiterer Knackpunkt ist das Stück Holz, welches die hinteren Füße unterstützt. Dadurch können sehr große Menschen nicht bis an den Tisch heranrollen, weil sie direkt mit den Knien am Holz anstoßen.

JUMMICO Gaming-Tisch

Der dritte Tisch im Bunde ist ebenfalls ein l-förmiger Gaming-Tisch. Dieser fällt vor allem durch seine Symmetrie auf:

  • zu beiden Seiten 93 cm
  • 42 cm Tiefe
  • 74 cm Höhe
  • 20 kg schwer
  • Schwarz
  • keine Einstellbarkeit
  • Monitor-Halterung (drei Mal auf den Tisch hauen und die Monitor-Halterung, die nur draufgesteckt wird, fliegt tatsächlich nach hinten weg – inklusive Monitor im schlimmsten Fall)

Ersteindruck: Die Konstruktion im Allgemeinen sieht recht spannend aus, aber dafür wirken die Beine relativ hochwertig. Insgesamt also dicker und fester als bei den zwei anderen Gaming-Tischen. Auch große Menschen können immerhin direkt an den Tisch heranrollen, da keine Strebe im Weg ist. Dafür allerdings ist das Füße ausstrecken nicht möglich, weil die Strebe wiederum unten angebracht wurde.

Abgesehen davon, dass der Tisch symmetrisch geformt ist, sind Tiefe und Höhe identisch zum Hero 6.0 White, den wir soeben ja schon bemängelt haben. Obwohl die Beine eher hochwertig und stabiler gewirkt haben, so war das offenbar nur Schein. Einmal am Tisch geruckelt und alles wackelt. Wir sind mit diesem Gaming-Tisch tatsächlich auch insgesamt am unzufriedensten, weil er super instabil wirkt, obwohl er durch die L-Form eigentlich noch zusätzlichen Support erhält.

Die größten Probleme: Platz und Stabilität

Als wir unser Set-up aufgebaut haben, fiel bei allen Tischen direkt auf: Platz habt ihr hier definitiv nicht. Die Tische wirken auf den ersten Blick nicht super klein und gerade durch die L-Form denkt man vielleicht auch, dass es definitiv reicht, aber dem ist nicht so. Es passt alles rauf, aber zocken will man damit definitiv nicht, wenn man so beengt sitzt. Es ist insgesamt einfach ungemütlich.

Abgesehen von der Größe und dem Platz gibt es aber auch ein massives Stabilitäts-Problem bei wirklich allen drei Gaming-Tischen für unter 70 Euro. Selbst wenn man eine Möglichkeit findet, sich bequem hinzusetzen und alles unterzubringen, bleibt das Problem, dass im schlimmsten Fall alles zusammenkracht oder herunterfällt, wenn man mal gegen den Tisch stößt. Also bei Schusseligkeit oder einem leichten Aggro-Verhalten beim Zocken können wir definitiv nicht empfehlen, einen dieser drei Tische zu erwerben.

Die Gewichtsprobe

Abschließend haben wir in unserem Video-Test noch eine Gewichtsprobe gemacht. Wie viel konnten die Tische aushalten? Gewicht für Gewicht landete auf den Tischen und wir warteten darauf, dass sie aufgaben. Insgesamt landeten 70 Kilo auf den Tischen und siehe da – sie hielten tatsächlich, wobei gerade der Hero 1.6 extrem durchgebogen war und stark wackelte. Wir haben dann noch ein paar Gewichte draufgelegt, einmal angeschubst und die Beine gaben nach. In unserem Video könnt ihr euch natürlich sogar die Slow-Motion-Aufnahme ansehen. Einen noch heftigeren Sturz hat aber der JUMMICO hingelegt mit seiner L-Form. Der erste bei circa 110 bis 120 Kilo zusammengebrochen und der JUMMICO hat 160 bis 170 Kilo ausgehalten. Sich auf den Tisch zu setzen, wenn man etwas schwerer ist, dürfte also keine gute Idee sein. Der Hero 6.0 hat bei 110 Kilo noch gerade gestanden und nicht nachgegeben, die Platte war sogar noch gerade.

Unser Fazit

Obwohl die Tische für unter 70 Euro zwar stabiler waren, als wir es anfangs befürchtet hatten, können wir keinen der drei Gaming-Tische tatsächlich empfehlen. Lieber ein bisschen mehr Geld ausgeben, um mehr Stabilität zu erhalten und auch die Größe so anzupassen, wie sie bequem ist. Vor allem aber muss der Tisch halten und stabil sein, wenn das teure Gaming-Set-up auf dem Tisch steht. Ein falscher Schritt kann dafür sorgen, dass tausend und mehr Euro auf dem Boden liegen. Wenn das Geld aber wirklich knapp ist und ein billiger Gaming-Tisch her soll, dann ist zumindest der Hero 1.6 der beste von den drei getesteten Tischen.

Written by
Maria Lengemann ist 37, Gamerin aus Leidenschaft, Thriller-Autorin und Serienjunkie. Sie ist seit 14 Jahren selbstständig und journalistisch auf den Hardware- und Gaming-Bereich spezialisiert.

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